Impotenz durch Antidepressiva – SSRI, SNRI & dauerhafte Folgen
Antidepressiva – insbesondere SSRI und SNRI – gehören zu den Medikamenten, die am häufigsten sexuelle Funktionsstörungen verursachen. Bis zu 70 % der Patienten berichten von Erektionsproblemen, verminderter Lust oder verzögertem Orgasmus.
Welche Antidepressiva verursachen Impotenz?
Am häufigsten betroffen sind SSRI (Sertralin, Citalopram, Escitalopram, Paroxetin) und SNRI (Venlafaxin, Duloxetin). Auch trizyklische Antidepressiva und MAO-Hemmer können Erektionsprobleme verursachen. Weniger betroffen sind Bupropion und Mirtazapin.
Dauerhafte Impotenz nach Antidepressiva (PSSD)
Bei einem Teil der Betroffenen bleiben sexuelle Funktionsstörungen auch nach dem Absetzen bestehen – bekannt als Post-SSRI Sexual Dysfunction (PSSD). Die genauen Ursachen werden noch erforscht. Klar ist: Die psychische Belastung durch monatelange Impotenz hinterlässt Spuren, die therapeutisch bearbeitet werden sollten.
Therapie als Weg zurück
Ob die Impotenz noch medikamentös bedingt ist oder sich bereits verselbständigt hat: Sexualtherapie hilft in beiden Fällen. Sie lernen, den Leistungsdruck abzubauen, die Angst vor dem Versagen zu überwinden und Sexualität wieder als etwas Positives zu erleben.
Wichtiger Hinweis: Setzen Sie niemals Medikamente eigenmächtig ab oder ändern die Dosierung. Sprechen Sie immer zuerst mit Ihrem behandelnden Arzt. Sexualtherapie ersetzt keine ärztliche Behandlung – sie ergänzt sie um die psychische Komponente.
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