'Mit mir stimmt etwas nicht' – Scham und Schuldgefühle bei sexueller Unlust
Sie schämen sich. Dafür, dass Sie keine Lust haben. Dafür, dass Sie Ihren Partner enttäuschen. Dafür, dass Sie 'nicht normal' sind. Sie vergleichen sich mit Freundinnen, mit Figuren aus Filmen, mit dem Bild, das die Gesellschaft von einer 'erfüllten Frau' zeichnet. Und Sie kommen immer zum selben Schluss: Mit mir stimmt etwas nicht. Aber das stimmt nicht.
Woher die Scham kommt
Unsere Gesellschaft sendet widersprüchliche Botschaften an Frauen: Sei sexy, aber nicht zu sexy. Hab Lust, aber nicht zu viel. Sei verfügbar, aber nicht bedürftig. Wenn Frauen in diesem Spannungsfeld keine Lust empfinden, fühlen sie sich doppelt schuldig – weil sie weder dem einen noch dem anderen Bild entsprechen. Dazu kommt: Über weibliche Unlust wird kaum gesprochen. Es gibt keine Normalisierung, kein 'Das kennen viele'.
Schuldgefühle gegenüber dem Partner
Viele Frauen fühlen sich schuldig, weil sie sehen, wie ihr Partner unter der Situation leidet. Sie denken: 'Wenn ich nur könnte, würde ich ja.' Diese Schuldgefühle sind verständlich – aber sie verschlimmern das Problem. Denn Schuld erzeugt Druck. Und Druck ist der Feind der Lust.
Scham loslassen – in der Therapie
In der Sexualtherapie erleben viele Frauen zum ersten Mal einen Raum, in dem ihre Unlust nicht bewertet wird. In dem sie nicht 'repariert' werden müssen. In dem sie aussprechen dürfen, was sie wirklich fühlen – ohne Angst vor Verurteilung. Dieser Raum allein ist oft der Beginn der Veränderung.
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